Winterzeit ist Deckenzeit – Wie kann ich den Widerrist mit Taping entlasten?
Thermoregulation
Ein Merkmal der ursprünglichen Lebensbedingungen von Pferden waren relativ große Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht. Pferde entwickelten deshalb eine hervorragende Thermoregulation, die es ihnen ermöglichte, sich diesen Unterschieden in der Temperatur anzupassen.
Auch wenn unsere heutigen Haus-Pferde grundsätzlich noch über diese Thermoregulation verfügen, so gibt es doch zahlreiche Faktoren, die es notwendig machen, dass Pferde (vor allem im Winter) eine Decke tragen müssen. Rasse, Haltungsform, Alter oder Vorerkrankungen sind hier als Beispiele zu nennen.
Nicht jedes Pferd entwickelt ausreichend Winterfell oder ist auf Grund von Krankheit oder Alter in der Lage, bestimmten Temperaturen zu trotzen. Ab wann eine Decke und in welcher Stärke zu tragen ist, muss individuell entschieden werden.
Die richtige Decke
Eine passende Decke zu finden, ist aber oft gar nicht so einfach. Nicht nur die Rückenlänge muss stimmen. Die Decke sollte auch nirgendwo drücken. Oft sind dabei der Widerrist und die Brust Schwachstellen bei einer Decke und bei vielen Pferden ist es schwierig, hier die optimale Decke zu finden, die wirklich überall zu 100% passt.
Aber auch gut passende Decken können leider ab einer gewissen Tragedauer Probleme verursachen. Gerade der Widerrist ist dann die am häufigsten von Druck betroffene Körperstelle.

Der Widerrist des Pferdes
Als Widerrist bezeichnet man bei Pferden die Erhöhung, die am Übergang vom Hals zum Rücken zu sehen ist. Der zweite bis neunte Brustwirbel mit ihren langen Dornfortsätzen bildet den Widerrist (es gibt jedoch unterschiedliche Angaben/Quellen dazu, welche Wirbel genau den Widerrist bilden).
Auf jeden Fall aber dient er vielen Muskeln, Bändern und Faszien als Ursprungs- oder Ansatzpunkt. Der Widerristschleimbeutel dient als Gleitlager und entlastet Druck, der z.B. durch das Nackenband erzeugt wird.
Der Widerrist ist eine hochsensible Region, in der auch viele wichtige Nerven verlaufen, weshalb dieser Region ja auch beim Anpassen eines Sattels so große Beachtung geschenkt wird. Hier sollte eigentlich nichts drücken!

Aber eben nicht nur ein Sattel kann zum Problem werden, sondern auch, wie weiter oben schon geschrieben, die Decke.
Bei Pferden, die regelmäßig Decken tragen müssen, sollte deshalb eben auch regelmäßig der Widerrist gecheckt werden. Gibt es sichtbare Scheuer- und Druckstellen? Ist der Bereich berührungsempfindlich oder gar schmerzhaft?
Was tun, wenn es drückt?
Ist dies der Fall, muss natürlich zum einen die Passform der Decke überprüft werden. Zum anderen kann man den Bereich sanft mit manuellen Techniken wie klassischer Massage, Faszien-Massage oder sanfter Mobilisation (wie z.B. dem sog. Widerristschaukeln) entlasten.
Außerdem ist das Kinesiologische Taping hier ein schönes Tool, um den Bereich des Widerrists zu behandeln. Das Taping führt die zuvor mit den Händen ausgeführten Behandlungen einfach weiter und kann Effekte wie eine Verbesserung der Mikrozirkulation, eine Druckentlastung und Schmerzminderung haben.
In der Praxis haben sich dazu verschiedene Tape-Techniken bewährt. Besonders häufig kommen die Entlastungsanlage für den Widerrist oder die Schmerzfächer zum Einsatz, die du auch in den Kursen von Vet-Taping erlernen kannst.




